Interview
Datum 25.07.2009

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Terhorst, Hans

Duisburg-Neudorf
Geburtsjahr 1924

Beruf bzw. früherer Beruf incl. Postitionen und Dienststellen/Abteilungen

1940 – 1942: Lehre im AW Dusiburg-Wedau
1942 – 1945: Soldat
1944 – 01/1950: Kriegsgefangener in der UdSSR
1950: Wagenmeister beim Bww Duisburg, Einsatz hauptsächlich in Großenbaum
               (Hahnsche Werke)
1952: Personalrat
1984: Ruhestand

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Seit wann wohnen Sie in Wedau o. Bissingheim?

-
Weshalb sind Sie nach Wedau oder Bissingheim gezogen? -
Womit verbinden Sie den Begriff Wedau oder was fällt Ihnen spontan als erstes ein, wenn Sie „Wedau“ hören? Eisenbahnersiedlungen, Regattabahn, Ausbesserungswerk, Wedau-Stadion, Natur, Parallelkanal
Was gefällt Ihnen in Wedau / Bissingheim
  • am meisten?
  • nicht?
Pro
Gutes Wohnen in der Natur
Contra
1.  Keine Geschäfte
2.  abends sehr laut
3.  Überfremdung
Wenn Wedau/Bissingheim ein Wahrzeichen haben sollte, was würden Sie vorschlagen? Wasserturm am Nordberg
Würden Sie die Erhaltung von Stellwerk 2 bzw. des Wasserturms am Nordberg unterstützen? Ja, durch Spenden
Meine persönliche Geschichte

Meine Ausbildung im AW Wedau unterlag der durch die Nationalsozialisten geprägten Ideologie „Eisen erzieht“. Jeder Arbeitstag begann mit einer Stunde Frühsport. Viele Ausbilder hatten Spaß daran, die Lehrlinge zu quälen. Die schlimmsten Nazis waren u.a. P. Drexler (Lehrgeselle) und H. Harings (Meister). Es war damals sogar üblich, einen Lehrling bei Fehlleistungen zu schlagen.
Im Rahmen von „Eisen erzieht“ musste sich das Arbeitskollektiv jede Woche bei der morgendlichen Flaggenparade einen neuen NS-Spruch ausdenken, der dann sozusagen zum Motto wurde. Einer der Lehrlinge wagte es, dem Meister Harings folgenden Spruch vorzuschlagen: „Der Umgang mit Frauen ist eine Leidenschaft“. Eine Tracht Prügel vor versammelter Mannschaft war die Folge.
Eine beliebte Strafarbeit für Lehrlinge war es auch, Schraubenfedern von Drehgestellen aufzubiegen. Hierzu mussten sie ausgebaut und dann im Schmiedefeuer erhitzt werden. Allein schon die Hitze war unangenehm, ferner der Kraftaufwand beim Biegen der schweren Federn.
Selbstverständlich musste jeder Lehrling auch einer HJ-Gruppe beitreten. Im AW Wedau konnten wir zwischen Motor-HJ, Marine-HJ und Flieger-HJ wählen. Letzterer bin ich beigetreten. Jeden Samstag und Sonntag fanden auf einem Hügel in Bissingheim gemeinsame Veranstaltungen statt. Dabei sind wir alle abwechselnd mit einem kleinen Schulgleiter den Abhang herunter geflogen. Im Gegensatz zu heute gab es wenig Freizeit!

Bereits 1942 wurde meine Lehrlingszeit mit einer Notprüfung beendet. Es folgte der Militärdienst an verschiedenen Einsatzorten mit dem Ergebnis, dass ich im August 1944 in russische Kriegsgefangenschaft gekommen bin.

 

Neubebauung ehemaliger Rangierbahnhof: Welche Wünsche und Bedenken haben Sie?

1.  Nutzung als Bahnanlage nicht erwünscht
2.  bürgernahe Bebauung bevorzugt.

Wenn es eine direkte Bahnverbindung nach Düsseldorf über Lintorf, Ratingen-West gäbe, würden Sie diese nutzen? Warum? Grundsätzlich dafür. Da in Neudorf ansässig, kein Nutzen.
Sonstiges Herr Terhorst ist Träger des Bundesverdienstkreuzes

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An Unterlagen hat Herr Terhorst folgende Sachen freundlicherweise
zur Verfügung gestellt:

Links oben:
Sein Abgangs-Zeugnis der Reichsbahn-Werkschule Duisburg;
gestempelt vom Reichsbahn-Ausbesserungswerk Duisburg

Rechts Oben:
Seine Zeugnis-Urkunde vom Volksschul-Entlassungszeugnis vom
30.03.1939 aus Oberhausen

Links Unten:
Ernennung zur dritten Stufe des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter von
seiner Mutter Bernhardine